Am 1962 wurde ich in Brühl bei Köln, als einer der Opfer der Contergan-Katastrophe mit extrem verkürzten Armen und Beinen, geboren.

Meine Arme sind nur ca. 15 cm lang, stark deformiert und nicht sehr beweglich. Außerdem fehlt mir an jeder Hand ein Finger und an der rechten Hand sind 2 Finger fest verwachsen. Ebenso kurz sind meine Beine, mit erheblicher Verkrüppelung.

Die Ärzte im Brühler Krankenhaus prophezeiten meiner Mutter: "Der wird nur maximal 3 Jahre alt!" Außerdem wurde empfohlen mich in ein Heim zu geben mit den Worten "Die kennen sich mit so was aus!"

Für meine Mutter war es keine Option mich in ein Heim zu geben. Sie sagte: "Ich nehme den mit nach Hause, so lange ich lebe, kommt der nicht in ein Heim."

Erst fand ich die "nicht behinderten Menschen" sehr komisch bis ich verstand, dass nicht Sie sondern ich anders aussah.

Meine Eltern wohnten in einem kleinen Voreifeldorf und wurden dort sehr ausgegrenzt. Niemand hatte zu vor ein solches Kind gesehen. Was mussten diese Menschen verbrochen haben, die ein solches Kind bekommen?

Selbst meinen Vater lernte ich erst mit 3 Jahren kennen, er hatte meine Mutter schon vor meiner Geburt verlassen. Meine Tante Irene und meinem Opa Alois waren die Personen, die zur Stelle waren und meine Mutter unterstützen. Mein Opa flüchtete sich immer mehr in den Alkohol, meine Tante Irene tat aber ihr bestes, meine Mutter zu unterstützen und war meinem Vater immer auf der Pelle. Nur dank Ihr bekam meine Mutter etwas Geld von meinem Vater. Man kannte damals "Behinderte" ja kaum und dann hier auf dem Lande erst recht nicht. So hatte auch meine Mutter ein riesen Problem mit meiner Behinderung und ließ mich das in meinem Leben auch immer wieder spüren "Wegen dir, konnten wir nicht aus gehen! Wegen dir hatte ich mehr Arbeit! Wegen dir konnten wir nicht in Urlaub fahren! ...... Ich hatte einfach keinen Wert!

Meine Mutter war es aber auch, die durch die Probleme die Sie mit mir, bzw. meiner Behinderung hatte, mich so erzogen hat, dass ich nie ein Problem mit meiner Behinderung hatte. "Geht nicht" war ein Fremdwort. Dafür bin ich meiner Mutter sehr dankbar.

Mein Vater brannte immer mal wieder mit anderen Frauen durch und kam dann auch immer wieder zurück zu uns.

Ja, einmal Fußball spielen können! Das wäre schon toll gewesen. Meine Eltern beschlossen mir dann Beinprothesen anpassen zu lassen. Dazu verbrachte ich 7 Monate im Eduardus Krankenhaus in Köln. Weil meine Eltern nur ein Motorrad besaßen konnte ich nur an den Wochenenden nach Hause. Dann brachte mein Onkel, der in Köln arbeitete und ein Auto hatte, mich mit nach Hause und nahm mich Montagmorgen wieder mit und brachte mich wieder in die Klinik.

Trotz größten Bemühungen lernte ich mit diesen Prothesen nicht laufen. Ich fühlte mich wie in einer Zwangsjacke, das war mir unangenehm und ich sah, dass ich ohne Prothesen auf dem Fußboden, auf dem Hintern rutschend,mich viel besser bewegen konnte.

Ich habe früh gelernt so viel wie möglich alleine zu machen und mir nicht einreden zulassen: "Das kannst du nicht! Das schaffst du nicht!" Darauf bin ich bis heute sehr stolz, denn es gab ja vieles was ich wirklich nicht konnte. So musste meine Mutter mich in der Nacht bis zu 20mal im Bett rumdrehen, weil ich das selbst wegen der Bettdecke nicht konnte oder mal ein Glas Wasser reichen. Es gab viele Dinge die ich selbst konnte, es gab aber auch nicht immer die erforderlichen Hilfsmittel, zumindest waren die meinen Eltern nicht bekannt.

Für mich waren es schon Erfolge, alleine zu Essen, auch wenn das etwas umständlich war und komisch aussah. Ich schaffte das!

Ich habe dann viele Jahre lang einen Go-Kart besessen, mit dem ich mittels einer am Kart befestigen Leine durch die Welt gezogen wurde. Dass es auch Rollstühle für Kinder gab, dass wussten meine Eltern nicht.

Meine Eltern haben immer nur Unterstützung durch den "Verein für spastischgelähmte und körperbehinderte Kinder" erhalten in Form von Informationen oder auch mal durch Teilnahme von mir an Freizeiten für Behinderte. So kam ich und auch meine Eltern mal in Urlaub.

Ich habe schnell gelernt meine Behinderung anzunehmen. Warum ich behindert bin, habe ich nie hinterfragt sondern immer nach dem Motto der Rheinländer gelebt: "Is es wie et is!" für Nichtrheinländer: "Es ist wie es ist!"

Ich habe eine 6 Jahre ältere Schwester (Doris) und einen 6 Jahr jüngeren Bruder (Christoph). Mit meinen Geschwistern habe ich mich immer gut verstanden und wurde immer so behandelt als sei ich nichtbehindert. Mein Bruder war mir stets eine große Hilfe.

Schulen gaben es für Behinderte hier im Umkreis auch keine. Als ich eingeschult wurde, mit Verspätung weil es keinen geeigneten Schulplatz gab, besuchte ich erst eine Schule für Körperbehinderte in Köln und 1 Jahr später eine Schule in Euskirchen-Billig. Dort gab es aber nur Klassen mit allen möglichen behinderten, auch welche die geistig nicht so fit waren.

Ab dem 5. Schuljahr besuchte die "Christophorus-Schule" in Bonn-Tannenbuch, was mir sehr gut tat! Hier waren die Klassen so, dass alle Schüler und Schülerinnen nach ihrem Können auch gefördert wurden. Ab der 10. Klasse habe ich 2 Jahre die Handelsschule in Rhöndorf besucht. Hier gab es dann auch noch andere Contergan Contergangeschädigte.

1979 bekam ich den Einberufungsbefehl von der Bundeswehr. Meine Mutter hat sich super aufgeregt und meinte: "Haben die jetzt keine Anderen mehr? Da fahren wir nicht hin!" Gesagt, getan! Dann wurde es aber eng, denn wir bekamen eine Androhung mich Zwangsvorführen zu lassen. Da ich damals nicht in der Schule in Rhöndorf übernachtete, wurde ich jeden Tag, Montag bis Freitag, mit einem Taxi zu Hause abgeholt und auch wieder nach Hause gebracht. Der Taxi-Fahrer war schon älter und hat den 2. Weltkrieg mit gemacht als Soldat. Ich erzählte Herr Edmund Zock von der Einberufung und der Zwangsvorführungsandrohung, der sagte dann: "Robert, machen wir ganz einfach! Wir zwei fahren da hin!" Also an dem Tag X packte er mich ins Taxi und wir beide fuhren nach Köln zum Kreiswehrersatzamt, dort angekommen und rein. In so eine Raum wo man sich zur Musterung melden musste. Die schauten mich dann blöde an und meinten: "Schlechter Scherz?" Ich sagte dann: "Steitz zum Dienst angetreten wo steht mein Panzer und in welchen Krieg soll ich jetzt bitte ziehen?" Herr Zock und ich hatten viel Spaß und das Thema war gegessen. Die Taxifahrt musste ich nicht zahlen, das Gesicht der Bundeswehrleute war mehr wert als die Taxifahrt.

Ich habe steht's Schulen für Behinderte besucht, was man immer von 2 Seiten betrachten kann. Ich jedenfalls wäre lieber auf eine ganz "normale" Schule gegangen, aber das war in den 70ger undenkbar! Die Sonderschulen für Behinderte konnten mir das Umfeld und die Hilfe bieten, die ich brauchte.

So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass fest stand: "Der geht in eine Behindertenwerkstatt!" Hier habe ich mich dann aber doch gesträubt! Ich wollte einen Beruf wie jeder andere Mensch auch. Der Chef dieser Werkstatt wo mein Vater inzwischen angestellt war und das Arbeitsamt Brühl sahen das auch so, unterstützten, förderten mich und ermöglichten mir eine ganz normale Ausbildung zum Bürokaufmann. Wann immer es nötig wurde, konnte ich mich an das Arbeitsamt Brühl wenden, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Den Führerschein bekam ich dann auch bezahlt, zum Entsetzen meiner Mutter. Die konnte sich nicht vorstellen, wie man ohne Beine Autofahren soll. Sie hat am Tag meiner praktischen Prüfung gebetet, ich solle doch durchfallen. Doch ich bestand im 1. Anlauf.

In meiner Freizeit machte ich beim DRK in Erftstadt die Rettungssanitäter-Ausbildung. Ich war ehrenamtlich tätig beim "Deutschen Hilfsdienst" in Mönchengladbach. Später fuhr ich ehrenamtlich bei der "Nothilfe Köln e.V." Bluttransporte und Organtransporte. Diese Zeiten möchte ich nie mehr missen.

Ebenso habe ich viele Jahre Musik gemacht. Zur erst hatte ich ein altes Akkordeon von meinem Opa (Theodor) bekommen. Später habe ich dann meine 1. kleine Orgel geschenkt bekommen. Die reichte mir schnell nicht mehr und ich bekam zu Weihnachten, von Oma (Anna) und Opa (Theodor), eine neue größere Orgel mit der ich meine 1. Auftritte auf Geburtsfeiern, Sommerfeste, Altentage und Weihnachtsfeiern machte. Auch wenn mir in der Schule ein Musiklehrer empfahl doch Trompete zu lernen, folgte ich diesem Rat nicht. Ich bekam von meiner Oma "Helene", dann meine 1. Richtig große transportable "Farfisa Professionel P110" Orgel geschenkt. Ich machte immer mehr Auftritte und lernte andere Musiker kennen. Von einem Organist der Big-Band der Bundeswehr bekam ich Unterricht. Notenlesen etc. und vor allem das Orgel spielen mit weniger als 10 Fingern lernte ich von ihm. Dieser Musiker gab sich wirklich viel Mühe, was ich Ihm sehr danke.

Im Jahre 1984 wurde dann ein Traum eines jeden richtigen Rheinländers wahr. Ich wurde Karnevalsprinz. Es sollte nur ein Versuch sein. Ein Verein aus Weilerswist-Groß Vernich machte schon jahrelang eine Karnevalssitzung speziell für Behinderte. Nun wollte man versuchen, wie es angenommen würde, wenn ein Behinderter mal Prinz-Karneval würde. Weil ich keine Berührungsängste hatte wählte man mich aus. Mir traute man, zu auch mit einem negativen Ergebnis klar zu kommen. Es war super! Viele Nachbarn, Bekannte und Freunde haben mir bei der Umsetzung dieses Traumes sehr geholfen. Besonders die "Funkhilfe Enzian e.V. und die Karnevalsgesellschaft aus Erftstadt-Niederberg" waren an meiner Seite.

Ich machte dann noch viele Jahre Musik. Ich hatte eine 7-Mann-Tanz und Show-Band. Die Band bestand außer mir aus 6 Nichtbehinderten, die mehr oder minder Profis waren. Diese Zeit zählt zu meiner schönsten Lebenszeit.

Mein größtes Problem war immer das Nichtbehinderte, zum Beispiel über Hilfsmittel entscheiden die man braucht, aber eigentlich sich selbst in die Situation des Behinderten nicht rein versetzen können, folglich sind viele Hilfsmittel die man von der Krankenkasse bezahlt bekomme (weil Sie ebenso im Hilfsmittelkatalog stehen mit Nummer) die ich eigentlich so nicht benutzen kann. So wurde ich mehr behindert als ich es eigentlich war. Contergangeschädigte können leider keine Hilfsmittel von der Stange verwenden, sondern benötigen Sonderanfertigungen. Die, oft einfachsten Dinge können mich schon vor große Probleme stellen, weil ich eventuell meine Hand so nicht drehen kann oder die Finger nicht strecken kann.

Mein Bestreben war es immer ein normales Leben zu führen, mit einer lieben Partnerin an meiner Seite. Nur die meisten nichtbehinderten Frauen wollen mit einem so schwer Behinderten keine Beziehung! Eine behinderte Partnerin, wäre auch kein Problem nur durfte Sie nicht so stark behindert sein, weil ich ja doch irgendwie auf Ihre Hilfe angewiesen bin.

Durch eine Annonce ergab sich ein Kontakt zu einer in Deutschland lebenden Filippina. Diese vermittelte mir einen Kontakt zu einem philippinischen Mädel. Nach einer anfänglichen Brieffreundschaft, planten wir eine gemeinsame Zukunft.

Meine Mutter war strikt gegen diese Freundschaft und wollte auch verhindern, dass ich mal heiraten würde. Sie legte mir in diesem Fall so viele Steine in den Weg wie Sie nur konnte. Dank der Hilfe und Unterstützung der Ausländerbehörde des Rhein-Erft-Kreises gelang es mir doch ein Visum zum Zweck der Eheschließung für Benilda zu bekommen.

27.08.1993 heiratete ich meine damalige Freundin Benilda, sie ist nicht behindert. Trotz wilden Prophezeiungen meiner Eltern oder Nachbarn, verstehen wir uns klasse. Ich bin sehr stolz auf meine Ehe, es bedeutet für mich ein riesiger Schritt selbstbestimmendes Leben und Selbständigkeit.

1995 Zogen wir in eine Mietwohnung in Kerpen-Götzenkirchen. Die Firma "Erftland" plante alles sehr perfekt und die Wohnung welche wir bezogen war super.

1998 bauten wir ein behindertengerechtes Einfamilienhaus. Die Planung war perfekt. Der Architekt und der damalige Geschäftsführer der Baufirma Herr Heinz Sch., planten und berieten uns bei dem Bau eines schwedischen Einfamilienhauses sehr gut. Nur hat man uns bei dem Thema: "Erbbauzinse" über den Tisch gezogen. Es wurde mir versprochen, dass ich eine dauerhafte Halbierung des Erbbauzinses für das kirchliche Grundstück zahlen müsse. Man hatte dies von Seiten "Regent-Haus" so mit der kath. Kirche wohl abgesprochen aber nicht im Notarvertrag schriftlich festgehalten. Das ist heute ein riesiger Nachteil und große Belastung für mich.

Mir machte meine Arbeit als Systemprogrammmierer sehr viel Spaß und ich arbeitete auch gerne. Kam mit meinen Kollegen klasse zurecht. Auch neben meinem Job interessierte ich mich für Programmierung von Computer. Gerne helfe ich auch Freunden und Bekannten bei Computerproblemen. Auch in meinem Berufsleben hatte ich wenig mit meiner Behinderung zu kämpfen. Ich habe gearbeitet wie jeder andere auch. Es gab immer Kollegen oder Kolleginnen die einem mal kleine Handreichungen machten. Es kommt halt immer auf den Ton an in dem man fragt!

Seit meinem 12. Lebensjahr kämpfe ich mit Knochenfraß im linken Innenohr. 11 mal wurde ich inzwischen am Kopf operiert in der Uni Bonn. Akad. Dir. Dr. Hans-Joachim Straehler-Pohl und seinem Team bin ich sehr dankbar, da Sie ihr Bestes geleistet haben um den Knochenfraß zum Stillstand zu bringen.

1999 rieten die Ärzte mir Stress abzubauen, was als Programmierer nicht möglich war, es musste angenommen werden, dass der Knochenfraß bei mir durch Stress verschlimmert wurde. Die Ärzte der HNO der Uni Bonn (s. Linkseite) rieten mir in Erwerbsunfähigkeitsrente zu gehen. Nach Gesprächen mit meinem Arbeitgeber und der Hauptführsorgestelle Köln habe ich dann im Oktober 1999 einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente gestellt und im November 1999 hatte ich schon die Bewilligung.

Am 01.01.2000 musste ich dann in Erwerbsunfähigkeitsrente gehen. Es gab leider keine Alternative für mich, da ich in unregelmäßigen, oft wöchentlichen Abständen zum HNO Arzt musste. Für mich war das Ende meines Arbeitslebens ein harter Einschnitt! Wie sagt man, bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Es ist so, als wenn man täglich unter 1.000 Watt steht und plötzlich zieht jemand den Stecker.

Aber Rente ist ja nicht das Ende. Ich habe noch viele Pläne. Ich habe mir vorgenommen noch viel durch die Welt zu reisen. Mal mit und mal ohne Wohnwagen. Es gibt noch vieles was ich noch nicht gesehen habe.

In den Jahren 2000 bis 2002 habe ich immer wieder nach einem Job, im Rahmen der gesetzlich erlaubten Hinzuverdienstgrenze für Erwerbsunfähigkeitsrentner gesucht und habe immer wieder kurzfristig was gefunden. Leider waren da auch Firmen oder einzelne Leute von Firmen dabei, die sicherlich der Meinung waren: "behindert gleich blöd!" Ich wurde eingestellt und bekam dann meinen Lohn erst pünktlich und dann nicht mehr. Erst nach einschalten eines Rechtsanwaltes bekam ich mein sauer verdientes Geld. Dann kamen immer wieder Zeiten in denen ich keine Arbeit hatte und mir zu Hause ganz schön die Decke auf den Kopf fiel.

Bis ich dann am 01.06.2002 von der Firma Jeromin N. J. Europe (s. Linkseite) eingestellt wurde. Hier fand ich eine neue Herausforderung. Ich fühlte mich bei der Firma Jeromin N. J. Europe sehr wohl als Systemadministrator und Webmaster. Mein Chef hat eine klasse Einstellung sowie das gesamte Team. Ich konnte von zu Hause arbeiten. Trotz meiner Bemühungen waren meine Tage bei Jeromin N. J. Europe gezählt. Trotzdem habe ich hier einen Freund gewonnen, Joachim. Heute gibt es keinen Tag mehr, an dem mir die Decke auf den Kopf fällt.

Meine Frau Benilda sucht sich immer wieder Arbeitsstellen, wo Sie die für mich wegen der Behinderung nötige Hilfe nicht mehr gewährleisten konnte. Erst arbeitet sie in einem China-Restaurant, wo Sie auch nachts arbeiten musste und das mal für gerade 3 Euro die Stunde. Dann folgte eine Stelle im Phantasialand in Brühl. Weil meine Frau auch hier nicht erzählt, dass Sie einen schwerbehinderten Ehemann hat, sind auch hier die Arbeitsstunden nicht, so dass Benilda noch meine Pflege gewährleisten konnte. Im Dezember 2005 nimmt Sie eine Stelle bei der Firma "Wakame-Foods" in Kerpen an. Jetzt ist das Chaos perfekt. Wechselschicht oft mitten in der Nacht, Arbeitszeiten mit oftmals 14-16 Stunden am Tag. Trotz meiner Bitte bei der Geschäftsleitung war die Firma nicht bereit auf die gesetzlichen Bestimmungen Rücksicht zu nehmen. Laut Arbeitszeitverordnung, sind Personen die eine pflegebedürftige Person zuhause haben, von Nachtschichten frei zu stellen. Die Firma "Wakame-Foods" arbeiten eben auch an Sonn- und Feiertagen. Meine Frau wurde von Seiten dieser Firma bestärkt darin, dass ich ja eigentlich alleine zu Recht käme, was ein Trugschluss ist. Ich muss erwähnen, die Firmenleitung hat mich nie gesehen. Da meine Frau jetzt der Meinung war, ich würde meine Behinderung in den Vordergrund stellen, war ein Zusammenleben nicht mehr möglich. Meine Mutter übernahm mit ihren 70 Jahren meine Pflege und meinen Haushalt. Ich reichte dann am 15.01.2006 die Scheidung ein. Ich möchte so nicht meine Ehe führen, weil auch meine Frau sich in den Chef verliebt hatte. Ich stelle mir meine Ehe so vor, dass es nehmen und geben ist, wo meine Partnerin mir hilft weil Sie mich liebt und nicht weil Sie es müsste. Ich brauche 24 Stunden Hilfe, die Hilfe ist nicht schwer es muss aber jemand da sein, der Sie leistet. Es sind die üblichen Dinge und Handreichungen vom Kaffee machen bis hin zum An- und Ausziehen oder beim Toilettengang.

Am 16.08.2007 wurde unsere Ehe am Amtsgericht Brühl geschieden. Ich habe mir den Weg zur Scheidung gut überlegt und die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Mit Hilfe eines Anwalts aus Aachen, der ebenfalls eine Contergan Behinderung hat, habe ich die Scheidung doch gut überstanden. Wir haben uns einvernehmlich getrennt, ohne Streit und Zank.

Mit der Scheidung habe ich den Kontakt zu meinen Geschwister verloren, na ja "man lässt sich ja auch nicht scheiden!". Ich finde es sehr schade, dass auch der Kontakt zu meinem Bruder abbrach.

Ich habe dann im Jahr 2007 wieder einen Mini-Job gesucht. Ich hatte hin und wieder in den Medien davon gehört, das Contergangeschädigte vor den Toren von Grünenthal demonstrierte. Dass es einen Bundesverband für Contergangeschädigte gab, daneben noch Ortsverbände, war mir nicht bekannt. Ich fing nun an, mich für das Thema "Contergan" zu interessieren. Was war eigentlich passiert und warum bin ich so behindert? Ich lass viel über Contergan im Internet. Den Eindruck den ich gewann, war "Grünenthal sind die Bösen!" An Demos und Protestaktionen habe ich nie teilgenommen. Auch war ich nie in einem Conterganverein. egal ob Landes-, Orts- oder was auch immer für einem Verband organisiert. Ich verfolgte ab jetzt im Internet und in den Medien was um Contergan berichtet wurde.

Was mich aber brennend interessierte war: "Ist Grünenthal wirklich so igorant wie man schreibt und berichtet? Wollen die mit Contergangeschädigten nicht zu tun haben? Wird man bei Grünenthal einfach abgewiegelt?"

Also entschloss ich mich die Firma Grünenthal anzuschreiben und um einen Job zu bitten. Ich erhielt Post wendend eine Antwort, wo die Personalabteilung um meine Unterlagen bat und mir versicherte man werde mir bei der Suche helfen. Mir war klar, dass die mir keine Arbeit nach Hause liefern würden, es ist ja ein Pharmaunternehmen und die kannten mich ja auch nicht.

Im Jahr 2008 wurde ich bei der Firma SYNERPYbeschäftigt, ich konnte von zu Hause arbeiten auf Mini-Job-Basis. Ich bin der Firma sehr dankbar für diesen Job. Der Job wurde auf ein Jahr befristet.

2007 hatte ich einen Prozess vor dem Sozialgericht Köln gegen den LVR. Es ging hier darum, eine Kostenübernahme zu bekommen für einen Rollstuhltransportanhänger, da eine Hebebühne zwar besser wäre aber nicht realisierbar wäre bei meinem Chevy-Van und um die Kostenübernahme für den Ersatz eines 20 Jahre alten Bedienteil für Gas und Betriebsbremse. Auch hier an meiner Seite der Anwalt aus Aachen welcher selbst Contergangeschädigte ist. Der Richter war der Auffassung, Contergangeschädigte seien mit Kindern von Drogenabhängigen oder Alkoholiker gleich zu stellen. Außerdem wenn im Schwerbehindertenausweis in "H" steht, ich nicht Auto zufahren hätte. Entweder führe man Auto oder sei hilflos. Es kam noch mehr von dieser Art, so dass mein Anwalt mich alleine im Gericht zurück ließ, wir den Prozess logischerweise verloren haben. Für mich wäre der Rollstuhltransportanhänger sehr wichtig gewesen, weil ich ohne diesen Rollstuhltransportanhänger meinen Elektrorollstuhl nie mitnehmen konnte.

Da ich mir nicht vorstellen kann alleine zu leben, wünschte ich mir wieder eine nette Frau an meiner Seite. Da ich nicht sehr mobil war blieben mir nicht allzu viele Möglichkeiten. Ich versuchte, wie kann es anders sein, über das Internet eine Frau zu finden. Ich habe selbst Annoncen geschaltet, es haben sich auch viele nette Frauen gemeldet, nur war nicht immer das Interesse an mir der Grund. Meist war das Interesse mehr am Geld oder nur um eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland zu bekommen.

Ich lernte eine Frau aus Thailand kennen, die aber leider 1 Tag vor dem Abflugtermin nach Deutschland an Denguefieber starb. Über eine gemeinsame Bekannte lernte ich eine weitere Frau aus Thailand kennen, Sie wollte aber erst Ihre Ausbildung zur Krankenschwester in Thailand fertig machen, wo für Sie mich aber nicht um Geld bat. Wir planten, dass Sie 2008 nach Deutschland kommen sollte. Ihre Eltern waren auch einverstanden und alles war so weit vorbereitet nur der Gesundheitscheck musste noch gemacht werden, dieser verlief dann negativ, zu hohe Werte an weißen Blutkörperchen. Zwei Wochen später noch mal ein Check, noch mal höhere Werte. Sie hat Leukämie! Im Januar 2008 bekommt Sie in einem Krankenhaus in Chronburi (Thailand) eine Knochenmarkstransplantation. Sie darf ein Jahr nicht aus Thailand ausreisen. Ich habe mich erkundigt bei Ärzten und der deutschen Krebshilfe e.V., alle sagten mir: "Meine Freundin wird durch die Leukämie so geschwächt sein, dass Sie mit sich selbst genug zu tun hat und meine Pflege nicht leisten kann!" Also beendete ich schweren Herzens diese Beziehung.

Im Jahr 2008 wird der 2 Teiler im WDR ausgestrahlt: "Eine einzige Tablette", nach dieser Ausstrahlung kommt Bewegung in die Sache. Die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland möchte mit einer 100%iger Erhöhung der Contergan Rente die Lebenssituation verbessern. Diese Rentenerhöhung kam dann auch, so dass ich eine Rente von 1116 Euro erhielt, neben meiner Erwerbsunfähigkeitsrente. Die Firma Grünenthal zahlt freiwillig weitere 50 Millionen zur Verbesserung der Lebenssituation der Contergan-Opfer in die Stiftung ein. Die Bundesregierung zahlt ebenfalls 100 Millionen in die Stiftung ein. So wird es möglich, neben der Contergan Rente eine jährliche Sonderzahlung, je nach Schwere der Schädigung zu zahlen. Dies hilft!

Ich muss hier erwähnen, dass es hier ausdrücklich um meine persönliche Einstellung geht, da ich mit Landes- und Bundesverband für Contergangeschädigte nichts anfangen kann und nicht erkennen kann, das dort wirklich was bewegt wird.

Im Oktober 2008 lernte ich dann über das Internet eine Frau in einem Dating-Portal kennen. Ich habe dort auch auf Annoncen geantwortet. Einige Frauen schrieben auch per eMail zurück. Heute in Zeiten des Internets ist ja kein Problem z.B. mit Chat-Programmen, in Kontakt zu treten. Man merkt recht schnell wo es lang geht. Bei den meisten Frauen aus Asien geht es um Geld aber auch bei einigen darum einen Partner zu finden. So lass ich auch die Annonce von Daisy und antwortet auf die Annonce.

Ein paar Tage später erhielt ich aber eine nette und freundliche eMail von ihr. Wir trafen uns im Chat, immer noch ging ich davon aus, dass es nichts ernstes wird. Spätestens als Daisy ihren Eltern von unserem Kontakt erzählte, dachte ich würde Daisy den Kontakt beenden. Aber die Eltern hatten nichts einzuwenden. Man muss jedoch wissen, dass es normal auf den Philippinen ist, dass die Frauen meist ältere Ehemänner haben. Daisy und ich trafen uns eine weile im Chat, dann sprach ich das Thema "Ehe" an, Sie willigte ein. Jetzt begannen wir die Reise nach Deutschland zu planen uns vorzubereiten. Nach dem uns die philippineschen Behörden ihren Segen nicht gaben, erhielten wir tatkräftige Hilfe von der deutschen Botschaft in Manila, der Ausländerbehörde des Rhein-Erft-Kreises und dem Standesamt der Stadt Erftstadt.

Daisy wollte am 25.05.2009 nach Deutschland kommen, leider hatten wir vergessen einen Rückflug zu buchen ohne den die Airline Sie nicht beförderte da Sie ein Schengen-Visa hatte. 2. Versuch: Mit einem Schreiben der deutschen Botschaft für den deutschen Zoll in Frankfurt und dem Richtigen Flugticket kam Daisy am 04.06.2009 in Deutschand an. Am 19.06.2009 haben wir dann geheiratet. Trotz des großen Altersunterschied verstehen Daisy und ich uns sehr gut. Sie ist eine tolle Frau und sehr klug. Wir lachen zusammen viel und gerne.

Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass einem immer wieder von privaten Personen oder Unternehmen hilfe widerfährt. So muss ich mich bedanken bei dem Team von Vanhaus Ltd. (s. Linkseite) in Osnabrück, die mir immer meine Vans an einem Tag umbauten und alles vom TÜV eintragen ließen. Auch Inspektionen waren kein Problem, Anruf ein Termin sofort dran kommen und wieder los fahren. Fast wie in der Formel 1, ok dort geht es noch einen Tick schneller. Für Probleme mit meiner Behinderung verbunden sind und der Findung einer Lösung für diese Probleme ist man bei Vanhaus immer bereit.

Im Dezember 2010 beschlossen Daisy und ich uns einen 2. Hund anzuschaffen. Nach ein paar Absagen von Züchtern, mit der Begründung: "Wir geben keine Welpen an Behinderte!" lass ich eine Anzeige im Internet. Der Züchter bot Langhaarcollies an. Ich schickte eine eMail. Es wurde schnell ein Kontakt aufgebaut, ich ließ mich beraten. Jürgen und Susanne von Collies von Welterod (s. Link-Seite) haben uns dann den "Fritz" empfohlen. Wir entschieden uns für den "Fritz", was wir nicht bereut haben.

Am 31.01.2011 war es dann so weit, Fritz zog bei uns ein. Es war ein schöner Welpe! Wenn man sich einen Welpe kauft sollte man wissen: "Da geht es rund in der Bude!" Es war am Anfang heftig und viel Arbeit für Daisy. Fritz musste ja alles lernen wie ein Baby, speziell am oder neben meinen Elektrorollstuhl laufen. Mit einem Welpen muss man viel arbeiten, das wird bei jedem so sein. Ich habe mich mit Fritz viel beschäftigt und er lernt schnell und gerne.

Ich konnte Susanne und Jürgen immer um Rat fragen und bekam geholfen bzw. Tipps. Klar konnte man nicht erwarten, dass Fritz das auch alles sofort verstand und man musste viel Geduld haben und Ausdauer.

Immer noch verfolge ich mit Interesse die Presse und Medien was sich so um das Thema Contergan tut. Ich empfinde KEINEN Hass gegen Grünenthal oder die Familie Wirtz. Ich denke das ist, weil ich eigentlich mit der Behinderung gut zurechtkomme.

Ich habe versucht mit Contergangeschädigten Mitmenschen Kontakt aufzunehmen, was ich aber schnell wieder beendet habe. Ich kann mit der Einstellung div. Contergangeschädigter nichts anfangen und finde da auch manches nicht ok! Es gibt da so Hardliner mit denen ich überhaupt nicht überein komme. Mit Selbstmitleid ist ja auch niemand geholfen und die Behinderung wird nicht mehr besser.

Ich war bis heute in keiner Contergan Sprechstunde und habe bis heute trotz vierfachem Conterganschaden KEINE Schmerzen. Ich spreche dies mal dem Können meiner Hausärzte zu. Dr. Richard Krings hat mich lange Jahre betreut und mich so behandelt wie er jeden anderen auch behandeln würde. Auf Grund, dass ich die Praxis mit meinem Rollstuhl nicht aufsuchen konnte, habe ich mir jetzt einen neuen Hausarzt gesucht (Dr. Söhngen) und ich bin sicher auch dieser wird mich nicht anders behandeln als andere Patienten.

Im Februar 2011 nahm ich PERSÖNLICH und nicht in der Absicht für andere Contergangeschädigten zu sprechen, mit der Firma Grünenthal Kontakt auf. Ich stellte die Anfrage ob man mir einen PKW-Anhänger mit Rampe zum Transport meines Elektrorollstuhles zahlen könne. Es wird ja immer davon geredet: "Grünenthal spricht mit den Contergangeschädigten nicht!" Also erwartete ich mir auch nicht viel von meiner Anfrage.

Ich erhielt dann einen Anruf von Grünenthal (Frau Dr. Fusenig). Es war ein langes Telefonat. Ich traute mich aber nicht zu Fragen ob man sich mal persönlich treffen könne. Dies tat dann Frau Dr. Fusenig. Es kam zu einem Treffen wo auch Herr Tom Hermes dran teilnahm. Frau Dr. Fusenig und Herr Tom Hermes hörten sich an was ich aus meinem Leben zu erzählen hatte. Sie interessierten sich für die Nöte und Probleme die ich durch die Behinderung alltäglich habe. Wir sprachen auch darüber wie Lösungen aussehen könnten. Ich verstehe das sehr gut, da für mich ja oft Probleme auftauchen was für einen "normalen" Menschen überhaupt nicht vorstellbar ist. Das fängt mit Drehknöpfen, Schlüssel, Telefontasten, Handy etc. etc. an und hört mit Behinderungen durch freundliche Nachbarn und Mitmeschen auf. Frau Dr. Fusenig bedauerte nicht die Kosten für den Anhänger übernehmen zu können.

Zu dem größten Medikamenten-Skandal der 60iger Jahre ist meine Einstellung:"Grünenthal ist das Verursacherunternehmen". Grünenthal hat sehr viel Leid verursacht, indem man aus Profitgier das Medikament "Contergan" zu lange auf dem Markt gelassen hat, obwohl inzwischen Bekannt war, dass Contergan vorgeburtliche Schädenverursachte. Grünenthal hat nie zu seiner Schuld gestanden und nur ansatzweise versucht den Contergangeschädigten zu helfen. Durch Gründung der Conterganstiftung war Grünenthal juristisch aus der Verantwortung. Diese Verantwortung wurde auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen was in einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts verdeutlich wurde:

Im Hinblick auf die Conterganstiftung und die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 42.236 Contergan) möge die Bundesregierung anerkennen, dass sie gegenüber den Contergangeschädigten nicht nur einen allgemeinen sozialstaatlichen Schutz zu gewährleisten, sondern durch den Eingriff in privatautonome Regelungen einen besondere Verantwortung übernommen hat.

Dies bedeutet, dass Leistungen auch über die gesetzlichen formulierten Ansprüche im Rahmen des Sozial(versicherungs)- und Privatrechts hinaus zu erbringen sind.

Ferner bedeutet dies, dass die Leistungen der Stiftung – in Form von Rentenerhöhungen oder in sonstiger Weise – der übernommenen Verantwortung gerecht werden.

Ich verstehe auch die Contergangeschädigte, die auf Grünenthal nicht gut zu sprechen sind, zumal der deutsche Steuerzahler für unsere Conterganrente aufkommt. Ich habe Verständnis dafür, dass es Contergangeschädigte gibt die große Schmerzen erleiden müssen und diese dringend Hilfe benötigen. Ich bin auch der Auffassung, dass man hier eine schnelle und gute Lösung finden könnte die Lebenssituation der Contergangeschädigten deutlich zu verbessern und uns ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Im Mai 2011 verkaufte ich dann meinen Wohnwagen über das Autohaus Hiller in Erftstadt. Herr Hiller besorgte mir im Gegenwert für den Wohnwagen einen geschlossenen Anhänger mit Auffahrrampe. Ich bat Herr Hiller auch meinen Van zu verkaufen, da Vanhaus Ltd. In Osnabrück diesen zurzeit nicht ankaufen konnte. Herr Hiller sagte zu. Er verkaufte den Van.

Autohaus Hiller verkaufte mir dann einen Mercedes-Benz ML 320 und bauten diesen gleich um, dass ich Gas und Betriebsbremse über ein Handbedienteil steuern kann.

Anfang Juni 2011 rief Grünenthal dann das Projekt aus vierfach geschädigte zu unterstützen, wenn die Sachen von niemand Anderem gezahlt werden. Ich stellte einen Antrag auf Kostenübernahme für den Umbau eines anderen Fahrzeuges und ein weiteres notwendiges Hilfsmittel. Innerhalb weniger Tage bekam ich schon die Zusage der Kostenübernahme.

Ich habe in meinem Leben immer die Erfahrung machen dürfen, dass man geholfen bekommt wenn man vernünftig fragt, selbst die Krankenkassen sind bereit Einzelfallentscheidung zu treffen, wenn man erklärt was man benötigt. Ich berücksichtige immer, dass die Dame oder der Herr am anderen Ende des Telefons noch NIE einen Contergangeschädigten gesehen hat und einen vierfach Geschädigten erst recht nicht! Wenn man aber im Detail erklärt was man wie macht und warum man das Hilfsmittel so und nicht anders benötigt, versteht man um was es eigentlich geht und dann wurde bis heute bei mir auch immer eine Lösung gefunden.

Jetzt könnte man die Frage aufkommen lassen: Ist dein Leben denn immer so lustig und problemlos gewesen:

NEIN, auch in meinem Leben gab es Tage an denen ich mich am liebsten hinter den Zug geschmissen hätte! Aber ein Tag an dem man nicht Lacht, ist ein schlechter Tag.

Ich habe auch einen Mops und wenn ich den kleinen Kerl sehe, Schmerz und Leid hält er aus, dann bin ich ja ein Jammerlappen. Mir fällt da Loriot ein, der da sagte: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos!"

Februar 2012: Jetzt bin ich 50. Jahre alt und so weit noch fit.

Ich habe noch viel was ich in meiner 2. Lebenshälfte machen möchte.

  1. Ich möchte mit Daisy glücklich sein und uralt werden.
  2. Gesund bleiben auch wenn meine Knochen etwas strapaziert werden.
  3. Ein anderes Haus in Süddeutschland kaufen und meine Rente verleben.
  4. Noch viele, viele Spaziergänge mit meinem Collie "Fritz" machen dürfen.
  5. Mit meinem Hausarzt habe ich den Deal: "Ich will mindestens 100 Jahre werden!".

Ich kann mit erhobenem Haupt sagen: "Ich habe meiner Mutter nie ein Vorwurf gemacht an meiner Behinderung schuld zu sein"! Ich bin stolz darauf, dass meine Mutter mir die Chance gegeben hat zu Leben. Selbst wenn es vorgeburtliche Untersuchungsmöglichkeiten gegeben hätte und meine Behinderung erkennbar gewesen wäre, bin ich sicher meine Mutter hätte mir auch dann die Chance zu Leben gegeben.

Mein Knochenfraß wird heute von HNO-Arzt Dr. Thomas Krick mit Erfolg weiterbehandelt und auch die Uni-Versitätskliniken Bonn (HNO) steht mir mit ihrem Können zur Seite.

Unser Fritz ist nun schon 1 Jahr alt und schon ein fast perfekter Hund. Er ist nie weiter als 1 Meter von mir und meinem Rolli weg. Ein toller Freund! Einen besseren kann man sich fast schon nicht mehr wünschen. Ich bin viel mit Ihm unterwegs. Ich rede mit ihm wie mit einem Menschen und ich bin mir sicher vieles versteht er.

Heute habe ich was Interessantes von der "Conterganstiftung für behinderte Menschen" erhalten. (Ich danke für die freundliche Genehmigung von meiner Seite Artikel von der Conterganstiftung für behinderte dürfen.Menschen verlinken zu dürfen.)

Gutachten zur Klärung gedachter Ansprüche aus Arzneimittelhaftung bei Thalidomid Schäden im Inland

Ich habe mir heute 06.01.2012 das Antriebswellenlager an meinem Geländewagen kaputt gefahren, heißt, der Wagen ist nicht mehr fahrbereit. Der ADAC brachte mich mit Auto, per Huckepack zum Autohaus Hiller. Die Reparatur wird ja mal wieder teuer. Jetzt habe ich 2 riesengroße Probleme. Erstens kein Auto und zweitens kein Geld für die Reparatur. In meiner Verzweiflung wendete ich mich an Grünenthal. Wieder bewies mir Grünenthal, dass man hier nicht im Regen stehen gelassen wird. Innerhalb von 3 Tagen nach dem Einsenden eines Kostenvoranschlages erhielt ich die Zusage vom Grünenthal die Reparaturkosten zu übernehmen.

Heute am 01.02.2012 habe ich meinen Wagen wieder zurück erhalten, dass es so lange gedauert hat lag an mir, denn mir ist es sehr unangenehm mich wieder an Grünenthal wenden zu müssen. Ich finde es toll, dass Grünenthal hilft, wo Not am Mann ist. Ich bin Grünenthal sehr, sehr dankbar für diese Hilfe.

03.05.2012 Ich bin schon gespannt, diesen Monat will die Uni Heidelberg ja schon mal eine Vorabveröffentlichung der Contergan-Studie machen. Ob's was bringt?

Ich finde es schade und unverständlich, warum Grünenthal keine ernsthaften Gespräche mit den Vertretern der Contergangeschädigten führt. Das Grünenthal die Schuld an unseren Schädigungen trägt ist wohl unumstritten. Klar hilft es einzelnen wenn es diesen Notfall-Top gibt, aber eine bessere Lösung könnte ich mir da durchaus auch vorstellen. Leider blockt Grünenthal auch weiter jede Gesprächsbereitschaft von Vertreter der Contergangeschädigten ab.

03.07.2012 Heute habe ich was Interessantes von der "Conterganstiftung für behinderte Menschen" erhalten. (Ich danke für die freundliche Genehmigung, von meiner Seite Artikel von der Conterganstiftung für behinderte Menschen verlinken zu dürfen.)

Zwischenbericht der Universität Heidelberg

Hier wird über ein Zwischenergebnis und einen konkreten Handlungsbedarf für die Contergangeschädigten berichtet. Ende dieses Jahres soll dann der Abschlussbericht unseren Politikern vorliegen.

Ich hoffe auch, dass das eine oder andere dann mal umgesetzt wird und uns die Lebenssituation etwas erleichtert werden kann. Schön wäre es ja schon, wenn die Nachteile, wie Frühverrentung etc. ausgeglichen würden und auch die Conterganrente noch mal steigen würde. Warten wir mal ab........

31.08.2012 Grünenthal hat sich heute offiziell bei den Contergangeschädigten entschuldigt! Herr Stock entschuldigte sich im Rahmen einer Einweihungsfeier eines "Contergandenkmal" in Stollberg bei den Contergangeschädigten. Nur die Frage die bei uns Contergangeschädigten bleibt ist: "Wofür hat man sich jetzt eigentlich Entschuldigt?" Jedenfalls nicht für das schlecht geprüfte Auf-den-Markt-bringen von Contergan. Auch nicht für das ignorieren, verharmlosen und unterdrücken von Warnhinweisen auf
missgebildete Kinder. Und erst recht nicht für das viel zu späte vom-Markt-nehmen von Contergan. Sie haben sich dafür entschuldigt, dass sie so viele Jahre Gesprächsangebote von Contergangeschädigten abgelehnt haben. Für nichts anderes. Aber es war ein genialer Presseerfolg für Grünenthal: Überall stand "Grünenthal entschuldigt sich bei den Contergan.Opfern!" Nun, genau genommen haben sie das ja auch. Nur eben nicht für die Sache an sich, sondern nur für ihre mangelnde Gesprächsbereitschaft.

Ok, kann man ja machen, nur hilft mir das in meiner Situation auch nicht weiter, zumal ein Schuldeingeständnis vermieden wurde.

Ich denke heute öfter darüber nach, was noch kommen wird. Gesundheitlich im Zusammenhang mit Contergan! Noch geht es mir ganz gut, was meine Gesundheit angeht. Freuen würde es mich, wenn einiges aus der Studie der Heidelberger Uni von der Bundesregierung umgesetzt würde. Mir wären die Punkte wichtig, dass ein Ausgleich für die frühe Erwerbsunfähigkeitsrente käme, was ja auch meiner Frau mal zugute käme. Ich bin ja nicht in Rente gegangen, weil ich es lustig finde oder zu faul zum Arbeiten bin, die Behinderung zwang mich zu diesem Schritt. Ebenso wünschte ich mir, dass die Conterganrente noch mal deutlich erhöht würde.

17.12.2012 Fast ist schon wieder ein Jahr zu Ende. Einige Freunde sind gestorben oder tödlich verunglückt. Unser Mops "Earl" ist jetzt auch schon fast ein Jahr tot. Im Januar 2013 soll eine öffentliche Anhörung im Bundestag stattfinden zur Studie der Uni-Heildelberg und den darin gemachten Vorschlägen zur Verbesserung der Lebenssituation der Contergangeschädigten. Ich habe im November einige Politiker (Steinbrück, Bosbach, Ministerin Schröder, Bundeskanzlerin Merkel) angeschrieben per eMail und gefragt wie Sie oder die Partei zum Thema "Contergan" stehen. Das Berliner Büro von Herr Steinbrück schrieb zurück und vertritt die Meinung, dass ja schon 2008 vieles erreicht worden wäre für uns. Das Büro von Frau Schröder schrieb, dass man nichts sagen könne, da es ja eine Sache des Bundestages sei. Von Frau Merkel habe ich überhaupt keine Antwort erhalten. Einzig Herr Bosbach, antwortete persönlich und sehr interessiert und hat mir alle Fragen wirklich beantwortet.

Fakt ist, es scheint in der Politik nicht wirklich jemand Interesse zu haben, was ändern zu wollen für die Contergangeschädigten, außer "Die LINKE".

03.01.2013 Es ist nun bekannt geworden, dass am 01.02.2013 eine öffentliche Anhörung in Berlin stattfindet zum Abschluss der "Heidelberger Studie". Ich werde es im Internet verfolgen.

08.01.2013 Ich habe mich entschlossen, so Richtung ende 2013 mir wieder einen Chevy-Van von Vanhaus zu kaufen. Mein ML320 war eine blöde Idee von mir. Im Alltag zeigt sich, dass ich vieles nicht bedienen kann und nicht so "bequem" erreiche wie im Van. Also ist das Schicksal meines ML320 besiegelt.

09.01.2013 Neben Diabetes habe ich auch noch den "Grauen Star". Ok den kann man ja operieren, was bei mir bekannt ist. Mein Augenarzt wird mich da schon beraten. Ja ich komme jetzt langsam in das Alter wo ich schneller fertig bin, wenn ich sage was ich nicht habe........ Klein kriegen lasse ich mich davon nicht. Ich hoffe nur, dass die Regierung nicht nur Geld für die EU hat sondern auch mal für uns Contis.

18.01.2013 Heute hat die Stiftung "Hilfswerk für behinderte Menschen" den Abschlussbericht der Uni Heidelberg veröffentlicht.

Abschlussbericht der Universität Heidelberg

01.02.2013 Gestern Abend, am 31.01.2013, hat die Koalition in Berlin beschlossen 120 Millionen mehr für die Contergangeschädigten zur Verfügung zu stellen. Damit sollen wie finanziell und medizinische besser versorgt werden. Warten wir mal ab wie schnell das umgesetzt wird und wie viel unsere Contergan-Rente erhöht wird. Auf jeden Fall kann man jetzt erkennen, dass politisch was in Gang kommt.

09.02.2013 Heute bin ich 51 Jahre alt geworden und mir geht es so weit noch gut. Daisy und ich haben noch viele gemeinsame Pläne. Als erstes werde ich mir dieses Jahr einen neuen Van kaufen. Mit dem ML320 komme ich doch nicht so gut klar wie erhofft. Sind viele kleine Dinge, wie Drehschalter, Automatikwählheben was mir doch Schwierigkeiten macht, das habe ich im Chevy-Van nicht. Im Moment will ich aber noch was warten, vielleicht wissen wir ja bis August was mehr bezüglich höherer Contergan-Rente etc.! Jetzt bin ich in einem Alter, wo man von den Krankenkassen Angebote zur Zahnversicherung oder Vorsorge bekommt! Ich fühle mich noch gut und habe keine größeren Schmerzen, dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe in den letzten Tagen auch einige Kontakte zu anderen Contergan-Opfer geknüpft, worüber ich mich freue. Ich bin Daisy sehr dankbar für jeden Tag mit ihr. Ich fühle mich jünger als ich bin, was ich Daisy verdanke!

23.02.2013 Heute wurde bekannt, dass die Conterganrente erheblich steigen wird. In diesem Gesetzesentwurf wird auch die lange Ungerechtigkeit des Punktesystem, wo nach die Rente berechnet wird, korrigiert. So mit werden die schwerstgeschädigten besser unterstützt. Weiter sollen jährlich 30 Millionen für Heil- und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, die sonst von keinem anderen Kostenträger übernommen werden, so z.B. auch für Zahnersatz, Kieferbehandlungen etc. Dies ist eine wirkliche Reform und ein Ergebnis des langen Kampfes verschiedener Contergangeschädigter. Mit diesem Ergebnis glaube ich kann man leben und das in Würde. So würden wir endlich in die Lage versetzt ein eigenständiges Leben führen zu können und nicht mehr als Bettler dargestellt zu werden. Ein großer Tag für die Contergan Opfer.....

10.03.2013 Heute habe ich mal wieder erfahren dürfen was Contergangeschädigt heißt. Ich war beim Kardiologen um ein Stress-EKG oder Stress-Ultraschall vom Herzen machen zu lassen. Als die Ärztin mich sah, meinte Sie gleich: "Nein das mache ich nicht, wenn ihnen eine Vene platzt haben wir den tollsten Notfall hier!" Ich sollte dafür lieber ins Krankenhaus gehen. Ich werde mal versuchen ob man ein Herz-MRT mal machen kann, im Notfall zahle ich das selbst.

03.04.2013 Leider musste ich erfahren, dass einige Contergangeschädigte mit meinem Lebenslauf nicht zurecht kommen. Tut mir sehr leid. Aber wenn man mal richtig lesen würde, könnte man ohne große Probleme feststellen, dass ich nicht erst seit 2013 im Netz online bin. Dann gibt es auch noch welche die Probleme mit dem Altersunterschied von meiner Frau und mir Probleme haben. Diesen Leuten möchte ich an dieser Stelle sagen: "Kümmert euch um eure Dinge" Heute bin ich und meine Frau es, morgen sind es Ausländer gegen die man was hat übermorgen sind es Schwule und Lesben. Leute die mit so was Probleme haben sind kleinklariert und dumm! Ich bin Welt offen, beschäftige mich mit anderen Kulturen die durch aus das Gesellschaftsleben in Deutschland bereichern. Ich bin so eingestellt, wenn mir etwas nicht paßt habe ich soviel Mut, dass in einer eMail an die Person auch öffentlich zu vertreten. Ich muss mich nicht hinter irgend welchen sozialen Netzwerken und Foren mit Nicknamen verstecken. Es ist gut zu wissen, dass diese Leute die Minderheit sind und es viele viele Contergangeschädigte gibt die sehr korrekt denken und handeln.

14.04.2013 Es scheint jetzt sicher zu sein, dass die Conterganrente zum 01.08.2013 erheblich steigt und trotzdem gibt es wieder oder noch immer Leute denen das nicht reicht und die noch mehr wollen. Für mein Teil denke ich kommt man mit der Rente dann gut hin und kann sich auch zusätzliche Pflege oder Assistenz kaufen. Ich verfolge gespannt die politische Diskussion in TV und Internet.

16.04.2013 Nun ist es amtlich. Der deutsche Bundestag hat heute einstimmig die Umsetzung des 3. Contergangesetzes beschlossen. Dies bedeute für uns, dass die Conterganrenten zum 01.08.2013 erheblich steigen.

05.05.2013 Habe nun endgültig beschlossen, mir doch keinen Chevy-Van mehr zu kaufen. Ich werde mir einen Mercedes-Sprinter Bus kaufen.

07.05.2013 Heute habe ich meinen ML320 über den TüV gebracht, naja paar kleine Mängel hat er schon, die muss ich im Laufe dieses Jahres mal beheben lassen. Auch habe ich mit Herr Hiller gesprochen, denn bei Ihm werde ich den Mercedes-Sprinter in Auftrag geben. Das Autohaus Hiller hat mir bisher immer, wenn ich dort ein Auto gekauft habe, mir dies auch gleich umgebaut. Ich freue mich schon auf den Wagen, muss aber noch Abwarten bis am 01.08.2013 das neue 3.Stiftungsgesetz in Kraft tritt und wir die höhere Rente bekommen.

03.07.2013 Grünenthal hat nun eine eigene Stiftung gegründet und zu einem Rundentisch eingeladen. Leider lehnte der Bundesverband eine Teilnahme ab. Ich finde anhören hätte man sich das doch mal können. Leider ist auch unter den Contergan Geschädigten ein Neid und Missgunst ausgebrochen, seit dem die neue Rentenstaffelung öffentlich wurde. Einzelne von uns werden bedroht, beschimpft und beleidigt, nur weil man von Gesetzeswegen nun mal die 4fach Geschädigte endlich mal besser stellt. Klar habe die Kollegen die die oberen Extremitäten geschädigte haben auch Problem, wenn man aber fair wäre müsste man feststellen, dass die 4fach Geschädigten noch größere Probleme und Entbehrungen erdulden mussten und auch noch müssen.

05.08.2013 Seit dem 01.08.2013 ist nun die 3.Änderung des Contergangesetzes in Kraft. Die deutlich erhöhte Conterganrente hilft mir nun sehr. Ich habe mir auch einen neuen Mercedes-Sprinter 2013 bestellt, dieser wird aber aller Voraussicht nach erst Mitte Oktober geliefert, dann muss er noch umgebaut werden. Ich freue mich schon sehr auf den Wagen, den ich hoffentlich Mitte November 2013 bekomme. Durch dieses Fahrzeug werde ich dann wieder viel mobiler und wir können auch mal Ausflüge machen. Daisy hat von mir den ML 320 übernommen. Durch meine Internet-Seite habe ich einige Leute kennen lernen dürfen. Darunter auch ein paar neue gute Freunde, wo ich mir auch wünsche, dass diese Freundschaften noch lange halten. Andere Kontakte habe ich sofort wieder einschlafen lassen. Ich brauche kein Selbstmitleid, auch mit Behinderung bietet das Leben viele schöne Seiten.

29.08.2013 Unser ML320 hat mal wieder eine Panne. Wir sind dann in die Werkstatt und haben checken lassen, was das Problem sei. Eindeutig konnte man das nicht sagen, könnte Motorsteuergerät sein oder der Hauptbremszylinder oder oder. Am 19.08.2013 gerade habe ich 3.000 Euro investiert und Getriebe abdichten lassen, neuen Klimakompressor und neuen Wählhebel. Ich denke es macht wenig Sinn noch mehr Geld zu versenken und kaufe Daisy jetzt einen Neuen.

06.09.2013 Heute haben wir unseren neuen Mercedes-Benz A180CDI bekommen. Ein tolles Auto!

16.09.2013 Ich bekomme einen neuen Elektrorollstuhl, wo auch Grünenthal wieder einen Zuschuss gegeben hat. Ich brauche diesen Rollstuhl für nur für draußen. Für drinnen habe ich einen kleineren Elektrorollstuhl.

20.09.2013 Es ist wohl nicht mehr so einfach einen Elektrorollstuhl mit 15 km/h zu finden. Otto-Bock hat die Produktion des C2000 mit 15 km/h eingestellt wegen Probleme mit den Motoren. Meyra bleibt übrig, nur hat Meyra Insolvenz angemeldet. Ich lasse nun klären ob Meyra noch Ersatzteile liefern kann auch in 4 - 5 Jahren!

01.10.2013 Heute wurde mein neuer Sprinter an das Autohaus Treibel in Neckargemünd geliefert. Jetzt muss er nur noch bei der Firma Zawatzky behindertengerecht umgebaut werden. Bin schon gespannt auf den Sprinter, wo bei so richtig freuen kann ich mich irgendwie nicht.

14.10.2013 Wir haben heute den Sprinter zugelassen.

22.10.2013 Heute haben wir den Mercedes-Sprinter in Meckesheim (HD) abgeholt. Mit einem Rollstuhl-Taxi sind wir nach Meckesheim gefahren. Nach 3,5 Stunden fahrt habe ich dann meinen Mercedes-Sprinter erstmal in natura gesehen. Ein riesen Teil! Wir wurden gut eingewiesen und sind dann mit dem Sprinter nach Hause gefahren, wieder 3,5 Stunden Fahrt. Die Fahrt hat richtig Spaß gemacht, zum Einen wegen dem neuen Wagen der sehr toll ist und zum Anderen sind wir durch eine sonnige herbstliche Landschaft gefahren. Es gibt noch ein paar kleine Probleme zu lösen, welche mit meiner Behinderung zu tun haben. Ich bin sehr optimistisch, dass ich da eine gute Lösung finden werde und so den Sprinter toll nutzen werde.

25.10.2013 Nun ist auch mein neuer Elektrorollstuhl da. Endlich wieder mobil.

04.12.2013 Nach vielen kleineren und größeren Probleme mit dem neuen Sprinter, habe ich endlich das Fahrzeug und die Eintragungen so wie ich Sie haben muss. Ich freue mich schon auf das Jahr 2014, dass wir endlich auch mal was umher reisen können.

20.02.2014 Der Mercedes-Sprinter hat meine Mobilität 100% gesteigert, wir können endlich auch mal spontan Ausflüge machen und unseren Collie können wir auch problemlos mitnehmen. Ich bin mit diesem Wagen wirklich glücklich. Der RKG-Lechnich muss ich auch ein großes Lob aussprechen, wenn mal was ist, kann ich dort immer vorstellig werden und bekomme geholfen. Im Augenblick ist es ja um Contergan ruhig geworden, es ist auch nicht falsch. Klar haben wir eine Behinderung die durch ein Medikament verursacht wurde, aber ich finde man muss sich auch überlegen wie wir leben. Wir leben in einem Land, wo man zum Arzt gehen kann und in der Regel die Hilfsmittel die man braucht auch bekommt.

12.05.2014 Bin super glücklich, dass ich den Sprinter habe. Bin in 6 Monaten so viel gefahren wie zuvor in 10 Jahren. Es ist einfach toll, wenn man den Elektrorollstuhl transportieren kann. Es gab zwar einige Probleme zu überwinden, die auf der Seite von Mercedes-Benz lagen. Der Händler ist nicht sehr kooperativ und hat wenig Interesse einem zu Helfen. Naja verkaufen verdient man halt mehr! Heute habe ich aber alles so wie ich es brauche. In den letzten Monaten habe ich 2 mal den Arzt gewechselt. Das Problem ist, dass die alle sagen: "Contergan ist doch kein Problem!", wenn es aber z.B. ans Blutabnehmen geht, was bei meiner Diabetes ja erforderlich ist, wird man zum Versuchskaninchen. Es widerspricht aber nicht meiner Ausführung weiter oben. Ich hoffe jetzt wieder einen Arzt gefunden zu haben der mit mir zurecht kommt. Leider ist mein "alter" Doc in Rente.

08.06.2014 Heute ging mein Vater nach langer schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren von uns. Er war oft nicht verstanden aber hatte auch seine guten Seiten. Lange Jahre zog er mit mir als Begleiter mit meiner Tanz-Band durch die Lande. Wir hatten auch viel Spaß. Auch wenn meine Eltern mich betrogen und belogen haben, habe ich ihm das verziehen und ihn in Frieden gehen lassen! Es ist immer schwer einen Menschen für immer zu verlieren! Ich werde ihn nicht vergessen!

25.07.2014 Ich bin frohe, dass ich den Mercedes-Sprinter gekauft habe. Inzwischen komme ich mit dem Wagen super klar auch wenn er so große ist. Es macht mir viel Spaß mit ihm zu fahren. Wir müssen ja jetzt auch für meine Mutter da sein. Sie vermisst meinen Vater sehr, selbst ich vermisse ihn.

27.08.2014 Nun habe ich einen neuen Arzt gefunden der mich behandelt. Es ist ein Problem, mal kann man mit Elektrorollstuhl nicht in die Praxis kommen, weil zu wenig Platz, mal haben die Arzthelferinnen mit einem und schauen einen schon an, so nach dem Motto: "Was will der den schon wieder hier?" Wenn man, wie ich nicht so gut hört, wird es spannend. Nun endlich habe ich eine Praxis gefunden, wo man mit Elektrorollstuhl rein kommt und wo man freundlich behandelt wird. Der letzte Arzt hat mir beim Blutabnehmen an der Hand etwas zerstört, denn seit der Blutabnahme habe ich öfter das Gefühl als schlafe die Hand ein. Langsam wird es aber wieder besser.

02.02.2015 Nun werde ich bald schon wieder ein Jahr älter. Mach mal fühle ich es an meiner Gesundheit. Meine Knochen machen nicht mehr alles so mit. Oft denke ich meine Muskulatur abnimmt. Wie soll man aber Muskeltraining machen?

04.06.2015 Heute haben wir unseren Wohnwagen auf einen Saisonplatz gestellt, so dass wir ihn nicht immer ziehen müssen. Ich bin überrascht, dass ich besser klar komme als ich mir das gedacht habe. Herr Schäfer von der Firma Caravan-Mundt steht uns sehr freundlich zur Seite.

30.06.2015 Heute zieht meine Mutter bei uns ein. Naja ich war nie hoch im Kurs bei ihr, meine Geschwister waren da schon mehr Wert. Heute ist sie auf mich angewiesen! Manches rächt sich im Leben doch!

Am 04.07. - 11.07.2015 findet in Teneriffa das internationale Contergantreffen statt. Ich traue mir das nicht zu dort hin zu reisen.

15.02.2015 Wir werden uns wieder zwei Mopse zu legen, weil wir die uns so vieles geben. Auch schauen die Hunde nicht ob du behindert bist oder nicht. Du bist erst reich, wenn du was hast was du mit Geld nicht bezahlen kannst. Die Freundschaft eines Hundes!

03.01.2016 Meine Mutter lebt seit Juni 2015 bei uns, es ist nicht einfach. Erst habe ich einen riesigen Fehler gemacht in dem ich unsere Klara abgegeben habe und heute sehe ich, dass es mit meiner Mutter leider nicht so läuft wie wir es uns gewünscht hätten. Meine Mutter hat mich immer meine Behinderung fühlen lassen, ich war immer ein "Klotz" am Bein, heute erwartet Sie aber, dass wir bzw. Daisy Sie pflegt wenn Sie ein Pflegefall werden sollte. Aus diesem Grunde versucht Sie uns zu steuern, dass wir unser Leben schon auf diesen Fall vorbereiten sollen. Ich und auch Daisy sind dazu nicht bereit. Durch meine Behinderung haben wir jeden Tag neue Herausforderungen, lieben aber das Leben und möchten auch noch was das Leben genießen. Wir leben unser Leben etwas anders als meine Mutter es gewohnt ist. Ich hoffe für das Jahr 2016, dass wir Alle gesund bleiben und das mir nicht immer Menschen, die keine Ahnung von Behinderung haben, vorschreiben was ich zu tun und zu lassen habe oder meinen darüber entscheiden zu müssen ob ich mir noch einen zweiten Collie zu legen kann oder nicht. Es sind meist die, die am lautesten jammern, wenn Sie mal eine kleine Behinderung wie einen Beinbruch haben. Es gibt aber auch immer wieder Menschen, die einen nehmen wie man ist und nicht als "armer" Behinderter!

06.01.2016 Seit 04.01. haben wir wieder einen zweiten Collie, auch diesen werde ich zum Behindertenbegleithund machen. Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass Collies sehr schlau sind und auch fordern zu lernen. Aber für mich ist das eine Arbeit die Spaß macht!

02.02.2016 Wir haben mit unserem Zinedin wieder mal den Jackpot erhalten, es ist ein toller Collie und will immer nur lernen. Ich bin überzeugt, dass auch er ein toller Behindertenbegleithund wird.

02.08.2016 Es wird darüber diskutiert, ob wir künftig die Gelder für "spezifischen Bedarf" pauschal ausbezahlt bekommen sollen. Ich verfolgt diese Diskusion als "Betrachter". Ich bin auf einige Beiträge in Foren gestossen wo gefragt wird, "ob uns die Gelder zustünden, es gebe ja auch andere Behinderte die keine Rente vom Staat bekommen, was wir den wären, wenn wir uns erlauben uns besser zu stellen als andere". Es macht mich nachdenklich und bei mir kommt die Frage auf "Wo wollen wir hin?" Wir bekommen eine tolle monatliche Rente und einige tun noch immer so, als stände uns das Wasser bis zum Hals. Sind wir wirklich "Adels-Contis"? Ich wäre zu frieden, wenn ich meine Rente so weiter bekomme und gesund bleibe!

06.10.2016 Nun ist wieder fast ein Jahr zu Ende. Dieses Jahr 2016 war nicht das einfachste für uns, aber mein Einstellung tut das keine Änderung. Ich danke für jeden neuen Tag den ich erleben darf.

21.11.2016 Heute war ich im CT, Gott sei Dank kam nichts schlimmes dabei heraus. Ich fühle mich statistisch nicht wie ein 80 Jähriger. Ich fühle mich eigentlich noch ganz fit. Klar geht das eine oder andere nicht mehr so wie früher. Wenn man mal Gesundheitlich angezählt wird, merkt man erst wie schön das Leben doch ist und man für jeden Tag dankbar sein muss. Ich versuche mein Leben bewusst zu leben und zu genießen. Ich habe eine tolle Frau und vier Hunde die wir lieben und mit denen wir viel Spaß haben. Dieses Jahr wird für mich die Adventszeit und Weihnachten wohl schwer. Erstes mal ohne meine Eltern. Daisy und ich werden trotzdem schön und gemütlich feiern und auch an unsere Verstorbenen denken.

15.12.2016 Heute wurde die Änderung vom Contergangesetz vom Bundestag beschlossen, somit werden ab 2017 Pauschale zum spezifischen Bedarf ausgezahlt. Das ist sicherlich eine deutliche Verbesserung. Ich war mit der "alten" Lösung auch zu frieden. Klar war es sehr viel mehr Bürokratie, was jetzt nicht mehr sein wird.

09.02.2017 Heute werde ich 55 Jahre alt, mir geht es noch ganz gut. Klar hier und da gibt es schon mal was, was wir aber immer wieder in den Griff bekommen haben.

10.02.2017 Der Bundesrat hat heute das 4. Contergangesetz durch gewunken, welches uns den spezifischen Bedarf ab 01.01.2017 rückwirkend pauschal ausgezahlt wird. Dies wird uns sehr helfen! Was jetzt noch notwendig wäre, wäre dass unsere Lebens- oder Ehepartner später auch mal Rente für unsere Hilfe erhalten.

02.03.2017 Heute habe ich Vorsorgeuntersuchungen hinter mich gebracht mit dem Ergebnis, dass noch alles OK ist. Kein Grund zur Sorge.

10.03.2017 Ab heute hat die Auszahlung der pauschalen Leistungen nach dem 4. Contergangesetz begonnen. Naja, hilft mal wieder ein wenig. Werde es in einen notwendigen Rollstuhl inverstieren.

11.04.2017 Mich plagt eine heftige Erkältung! Langsam merke ich auch mein Alter, oft fallen mir Dinge schwer die früher kein Thema waren. Ich versuche mir Training meine Muskelartur zu stärken.

29.06.2017 Man hört immer öfter vom Tod von Contergan geschädigten. Haben wir schon unser Leben zu ende gelebt? War es das schon? Mir geht es eigentlich noch gut, ok habe Diabetes aber sonst fühle ich mich noch gut. Mein Hoffnung liegt darauf, dass es auch noch lange so bleibt. Es macht einem aber schon sorge, wenn man immer wieder solche Nachrichten hört!

12.09.2017 Gesundheitlich geht es mir noch ganz gut, mal rauf mal runter! Aber was uns nicht umbringt macht uns stark. Was mir zu schaffen macht, ist dass ich immer höre, dass Bekannte und Freunde schwere gesundheitliche Probleme bekommen.

20.10.2017 Es wird mal wieder gekämpft, für was auch immer! Ich habe keine Probleme mit der Situation der Contergan-Stiftung wie sie jetzt ist. Zu mal die Betroffenen zerstritten sind und keine gemeinsame Ziele haben. Vertreten fühle ich mich von keinem!

03.11.2017 Wieder fast ein Jahr vorbei, gesundheitlich geht es mir im Moment nicht so gut. Oft fehlt mir die Kraft. Am 14.11.2017 habe ich mal wieder einen CT-Termin um zu checken ob noch alles im grünen Bereich ist.

19.01.2018 Nach einem Tal, kommt auch wieder Bergauf! Ich habe jetzt langsam täglich schmerzen in der Muskelatur, kriege es aber noch ohne Schmerzmittel hin. Ich versuche mit leichtem Training die Muskel zu stärken. Ich werde mir einen Ziesel zulegen, der für mich draußen besser geeignet ist und mir das Eine oder Andere etwas erleichtert. Wir haben jetzt einen PKW-Anhänger welcher absenkbar ist, so ist ein verladen des Rollstuhles und später des Ziesel oder ähnliches etwas leichter.

20.01.2018 Wir haben einen Vezeko Husky FB 27.35 bei der Firma Anhänger K*** gekauft, eigentlich hatte ich anfangs einen sehr guten Eindruck. Jetzt nach der Lieferung haben sich einige Dinge für mich als nicht praktikabel erwiesen. Da der Anhänger aber über 10.000 Euro gekostet hat, würde ich bei einem Verkauf viel Geld verlieren. Naja die Absenkung ist ja eigentlich ok. Leider ist die Firma Anhänger K*** der Meinung, dass ich überzogene Ansichten habe, wieder mal eine Firma die weiß wie das Leben mit einer 4fach Conterganbehinderung so ist. Man legt dann doch mehr Wert auf Kohle als auf die Kunden.

02.03.2018 Heute hat mir die Schreinerei Andreas Huthmacher, eine maßgeschneiderte Holzkiste gefertigt und geliefert, über diese ich in meinem Sprinter auf den Fahrersitz klettern kann. Super Arbeit ich komme damit super klar. Leider hören sich nicht viele Firmen die Probleme von einem Behinderten an.

12.03.2018 Ein dickes Lob muss ich der RKG-Euskirchen aussprechen, wo ich immer auflaufen darf, wenn ich AdBlue oder was auch immer für meinen Sprinter brauche. Komme immer sofort an die Reihe und wenn es noch so voll ist. Kann immer auf das Fahrzeug warten.

22.05.2018 Mal wieder muss ich den Arzt wechseln! Viele Praxen sind nicht mit Rollstuhl zu erreichen und die wo man rein kommt ….. Naja sagen wir mal, haben die Ärzte kein richtiges Interesse. Habe immer das Gefühl, dass die nach der Devise arbeiten "Dem ist eh nichts mehr zu Retten!"! Bleibt einem nichts anderes Übrig als zu suchen! Mach mal fehlt mir da die Kraft! Ich merke, dass ich nicht mehr 20 bin. Es melden sich immer wieder mal Schmerzen in den Gelenken.

23.07.2018 Es geht mir wieder besser. Nach viel Stress in den letzten Jahren hatte ich ein richtiges Tief. So langsam komme ich zur Ruhe und gesundheitlich geht es mir wieder besser. Meine Diabetes habe ich im Griff und werde ich sehr bemühen, dass dies so bleibt. Wir haben dieses Jahr einen wunderschönen Campingplatz bekommen, wo man die Seele baumeln lassen kann.Am 25.09. habe ich einen Termin der mir sehr sehr wichtig ist und wo ich sehr hoffe, dass alles glatt läuft. Das wäre ein riesiger Schritt was die Mobilität angeht.

01.10.2018 Ja nun geht das Jahr 2018 auch schon wieder langsam zu ende. Gesundheitlich geht es mir ganz gut, klar hier und da mal kleines Zipperlein. Ich bin froh, dass ich meine Frau habe und meine 4 Hunde. Wir sind wieder auf unseren angesessenen Campingplatz zurück gezogen, wir sind da einfach bei Freunden. Ich durfte auch bei einem Termin bei Mattro den Ziesel Street fahren, jetzt bin ich voll begeistert und werde mir einen solchen Ziesel kaufen. So kann ich auch kleiner oder mittelferne Strecken auch ohne Mercedes-Sprinter fahren.Jetzt freue ich mich erstmal auf einen schönen Herbst.

16.10.2018 Heute habe ich mir ein sehr lange gehegten Wunsch erfüllt und mir einen Ziesel bestellt. Das Teil ist super, durfte am 18.09.2018 einen Probe fahren. Ich freue mich schon riesig auf die Lieferung und Danke hier noch mal der Mattro in Österreich für die tolle Werksführung die sehr interessant war.

23.11.2018 Wir haben endlich eine große Last von meinen Schultern nehmen können, durch eine Teilrentenkapitalisierung wird ab Anfang 2019 unser Einfamilienhaus Hypothekenfrei sein. Gesundheitlich kann ich nicht klagen, meine Diabetes habe ich immer noch im Griff und komme gut klar damit. Ich bin unserem Herrgott dankbar, dass ich meine Frau Daisy habe gefunden, eine bessere Frau könnte ich mir nicht vorstellen. Wir sind Glücklich und unterstützen uns perfekt gegenseitig wo wir auch nur können. Für 2019 wünsche ich uns, das wir weiter gesundheitlich so fit bleiben können und viel Unternehmen können auch mit unseren österreichischen Freunden.

27.12.2018 Ja nun steht 2019 vor der Tür! Rückblick auf 2018, seit der Anhebung der Conterganrente 2013 musste ich 2017 und 2018 feststellen, dass mich plötzlich Menschen mich um Geld baten, mal 3.000 Euro mal 10.000 Euro dann mal 5.000 Euro, das von Versicherungsvertreter der meint auf Grund meiner Versicherungen die ich abgeschlossen habe und meinem Sprinter und meinen 4 Hunden, müsse ich doch Geld haben. Ich finde das schon eine absolute Unverschämtheit. Ich helfe gerne wenn jemand in wirklicher Not ist, unverschuldet aber das man mich um Geld bittet, was ich 55 Jahre selbst nicht hatte und mir nichts leisten konnte, NO GO! Dann wurden mir sinnlose Arbeiten angeboten die natürlich Geld kosten sollte (Freundschaftspreis). Wenn ich dann ein Vergleich mit anderen Firmen machte war es genau so teuer, manchmal sogar billiger. Alle diese "Freunde", werden 2019 meinen Weg mit mir NICHT mehr fortsetzen, der Zug ist abgefahren und Sie stehe noch am Bahnhof!

Natürlich war die Erhöhung der Conterganrente 2013 schon längst überfällig und hilft mir und auch allen anderen Contergangeschädigten sehr, weil wir uns Dinge kaufen können die unsere Behinderung und den Alltag erträglicher machen. Auch mal Urlaub ist drin, was 55 Jahre bei mir nicht möglich war. Leider sind alle Dinge die ein Behinderter benötigt sehr teuer, oft unnötig teuer, aber es ist halt nun mal so. Darum werde ich in 2019 meine wirklichen Freundschaften auch weiter hegen und pflegen. Auch den Firmen die mir immer hilfreich zur Seite stehen, danke ich von ganzem Herzen. Leider erkennt man "wirkliche Freunde" nicht so leicht, erst wenn man selbst in der Not ist, sind Sie da.

09.02.2019 Heute werde ich nun 57 Jahre, mir geht es eigentlich noch immer gut. Will jedenfalls nicht klagen! Mein Wunsch wäre, dass es noch ein paar Jahre so weiter geht.

23.05.2019 Leider ist der Kauf des Ziesel Street ziemlich in die Hose gegangen. Habe 22.000 Euro an bezahlt, aber im März meldet die Mattro Insolvenz an. So mit ist das Geld weg. Der damalige Geschäftsführer sagte mir es werde eine neue Firma Mattro GmbH geben, so Mitte Mai 2019, dann werde man mir den Ziesel bauen und liefern, selbstverständlich müsse man das rechtlich gesehen aber nicht! Ich habe dann im Internet Berichte gefunden wo von "technischen Problemen beim Ziesel" berichtet wird. Der Hamburger Zieselpark hat geschlossen und auch dort wird von technischen Problem und hohen Reparaturkosten berichtet. Nach dem ich am 21.05.2019 bei der neuen Firma Mattro noch mal nachgefragt habe und man mir keinen Liefertermin benennen konnte, man müsse jetzt erstmal mit den Lieferanten sprechen und Teile bestellen. Was schriftliches habe ich nicht bekommen. Der Insolvenzverwalter hat mir mich informiert, das er den Auftrag nicht mehr halten will, also ein Storno! So habe ich dann, trotz des hohen Geldverlust, am 22.05.2019 die Reißleine gezogen und Mattro mitgeteilt, dass ich den Ziesel nicht mehr abnehmen werde. Denn wir sind ja auch nicht immer in der Nähe (Österreich), so das wir das Fahrzeug selbst abholen können, also müsste ich eine Spedition beauftragen. Dann ist nicht sicher, dass ich das Fahrzeug in Deutschland mit meinem Führerschein fahren dürfte. Zulassen ist im Moment in Deutschland auch nicht möglich, also müsste man das Fahrzeug über Mattro anmelden mit österreichischer Nummer. Darf ich dann in Deutschland fahren? Ich weiß es nicht! Außerdem ist eine Betriebszeit von max. 4 Stunden für einen Rollifahrer etwas wenig und wenn das Fahrzeug belastet wird sind es nur ca. 2 Stunden. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, Finger weg von Mattro. Dort wird man erst freundlich behandelt und dann fallen gelassen. Über Probleme redet man dort nicht gerne. Habe es jetzt unter "negative Erfahrungen" verbucht. 

11.06.2019 Manchmal komme ich an meine Kräftegrenze und habe oft Tage, da fühle ich mich leer und ausgebrannt. Hoffe das bessert sich wieder! Oft denke ich, dass ich langsam depressiv werde, wo es aber keinen Grund für gibt. Im Kopf beschäftige ich mich viel mit dem Thema "Tod", es läuft in meinem Kopf so was wie ein Countdown, warum auch immer. Ich liebe das Leben, obwohl es in den letzten Jahren viele Tiefschläge gab. Es melden ich immer "angebliche Freunde" die mich aber nur kennen um mich um Geld zu bitten. Es kotzt mich sehr an!

 19.06.2019 Heute feiern meine Frau und ich schon 10 Jahre Ehe. Wir sind immer noch so glücklich wie am 1. Tage.

14.08.2019 Heute habe ich von der Grünenthalstiftung die Zusage für die Kostenübernahme für einen neuen Optimus 2 (Elektrorollstuhl) erhalten. Meiner ist leider am Ende und es ist für mich eine riesige Freude, dass ich jetzt bald einen neuen Elektrorollstuhl bekomme, mit dem ich dann auch wieder mobiler bin und endlich wieder richtig Sitzen kann. Der Alte hat den Sitz ziemlich rampuniert, ich bin ja auch kein Fliegengewicht mit 84 KG. Druckstellen und Rückenschmerzen waren die Folge des defekten Sitzes. Einen neuen kann ich mir nicht leisten, da ich auch einen neuen PKW haben muss und dafür auch Geld brauche. Ich danke der Grünenthalstiftung ehrlich und von Herzen für diesen Bescheid.